Streik bei Amazon macht auf unerträgliche Ausbeutung aufmerksam

29.10.2013

„Ich fordere die Geschäftsführung von Amazon auf, in Tarifverhandlungen einzutreten. Das angekündigte Weihnachtsgeld liegt unter dem tariflichen Weihnachtsgeld und ist kein Ersatz für menschenwürdige Arbeitsbedingungen und eine anständige Entlohnung“, erklärt Wolfgang Gehrcke, hessischer Bundestagsabgeordneter der Partei DIE LINKE.

„Den Kolleginnen und Kollegen, die bei Amazon in Bad Hersfeld und Leipzig streiken, wünsche ich Kraft und Erfolg. Ihr Streik macht zugleich auf die unerträgliche Ausbeutung aufmerksam, die in den letzten Jahren in Deutschland um sich gegriffen hat. Nicht nur bei Amazon stehen steigenden Umsätzen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen und Löhne gegenüber. Es sind die Beschäftigten, die diese Umsätze erwirtschaften und nicht das Management oder die Aktionäre. Die Enteignung der Beschäftigten von dem Ergebnis ihrer Arbeit muss beendet werden.

Dazu gehört aber auch, dass die Gesetze rückgängig gemacht werden, die Lohndumping, den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen erst ermöglicht haben. Ich fordere CDU und SPD auf, Leiharbeit und den Missbrauch von Werkverträgen zu verbieten und einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro einzuführen. Es hilft nicht, über soziale Gerechtigkeit immer nur zu reden. DIE LINKE wird insbesondere die SPD an ihren eigenen Wahlversprechen messen.“