Walentin M. Falin

Kondolenz
24.02.2018
Wolfgang Gehrcke

Mit großer Trauer und Entsetzen habe ich die Nachricht über den Tod von Walentin Michailowitsch Falin zur Kenntnis nehmen müssen.

Ich kannte ihn lange Jahrzehnte, bereits aus seiner Zeit als Botschafter in Bonn und von verschiedenen Treffen in Moskau. Zuletzt traf ich Walentin Falin, zusammen mit seiner Frau, in einem Café in der Nähe seiner Wohnung in Moskau. Diese Zusammentreffen mit Walentin Falin waren für mich stets Unterrichtsstunden in internationaler Politik und insbesondere zu den Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Kein Dokument über die deutsch-russischen Beziehungen, das Walentin Falin nicht kannte oder nicht kommentieren konnte. Seine Kommentare und Ratschläge waren niemals aufdringlich, sondern immer von großer Feinfühligkeit und Akzeptanz für seine Gesprächspartner.

Ich trauere sehr darüber, dass Walentin Falin nun nicht mehr eine Wiederverbesserung, ein Ende der Sanktionspolitik und der antirussischen Propaganda erleben kann. Ich hatte sehr gehofft, dass die deutsch-russischen Beziehungen schon bald wieder einen Grad erreicht hätten, wie wir ihn uns gewünscht hatten und für den Walentin Falin als Diplomat lange Zeit so erfolgreich gewirkt hatte.

Ich weiß meine Trauer bei den Angehörigen der Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland und beim Russischen Außenministerium wohlverstanden und gut aufgehoben. Zwei große Politiker einer historischen friedenspolitischen Initiative sind von uns gegangen: der Deutsche Egon Bahr und  Walentin Falin. Ihre Zusammenarbeit und Freundschaft sind und bleiben für mich ein Vorbild für deutsch-russische Außenpolitik, wie ich sie mir wünsche.

Ich bitte die Botschaft der Russischen Föderation herzlich, auch der Ehefrau von Walentin Falin mein tiefempfundenes Beileid auszurichten. Ich hatte die dankenswerte Gelegenheit, bei unserem Zusammentreffen in Moskau die tiefe Bindung beider zu spüren und zu bewundern.