05.01.2012

Prinzip Hoffnung

5. Januar 2012 – Prinzip Hoffnung

Angekommen in Jerusalem höre ich am Abend dem deutschen Botschafter in Israel und dem Vertreter der Bundesrepublik in Ramallah zu. Beide haben eine realistische Lagebeurteilung vorgelegt, aber statt des Prinzips Hoffnung überfällt mich Hoffnungslosigkeit. Nichts spricht im Moment dafür, dass in diesem gerade begonnenen Jahr Fortschritte bei der Lösung des Nahostkonflikts erzielt werden könnten. Zwei Staaten sind und bleiben eine vernünftige Lösung. Ich will daran unbedingt festhalten, aber diese Option verschwimmt im Nebel nationalistischer Auffassungen. Gerade wenn man sich wünscht, dass Bürgerinnen und Bürger Israels und Palästinenserinnen und Palästinenser irgend wann in guter Nachbarschaft leben – nicht einfach irgend wann, sondern möglichst bald -, muss man politisch initiativ werden, sonst wird Zukunft verspielt. Ich bin sehr enttäuscht von den Gesprächen in Amman. Das Argument, Hauptsache sie reden wieder miteinander, überzeugt nicht.