30.05.2012

Harald Werner

Harald Werner

Liebe Genossinnen und Genossen,

ich bewerbe mich für den Parteivorstand und verbinde dies mit dem Vorschlag, auch Wolfgang Gehrcke die Stimme zu geben. Nicht weil wir beide stets der gleichen Meinung sind oder der selben Strömung angehören, sondern weil wir zeigen wollen, dass in einer pluralistischen Partei die Gemeinsamkeiten wichtiger sind, als die Unterschiede.

Seit über zehn Jahren habe ich erst im Parteivorstand der PDS und dann der LINKEN die Verantwortung für den Aufbau einer systematischen Bildungsarbeit übernommen. In dieser Zeit bekam die politische Bildung einen eigenen Etat und in der Bundesgeschäftsstelle eine eigene Abteilung mit inzwischen vier Stellen. Nicht allein durch meine Engagement, aber auch nicht ohne mich. Wir haben im Bereich politische Bildung beachtliche Fortschritte erzielt, doch stehen immer noch am Anfang. Zwar wird die Bildungsarbeit nicht vom Vorstand gemacht, sondern von den vielen Aktiven in der Kommission politische Bildung, aber die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Bildungsarbeit eine Stimme im Vorstand braucht, damit ihre Anliegen nicht zu kurz kommen.

Praktisch habe ich mit der politischen Bildung vor etwa 40 Jahren in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit begonnen und auch theoretisch darüber gearbeitet, in Forschung und Lehre und durch zahlreiche Veröffentlichungen.

Mit Wolfgang Gehrcke verbindet mich eine jahrzehntelange, ebenso streitbare wie von gegenseitiger Anerkennung getragene Freundschaft. Ich habe in den Auseinandersetzungen, die wir in dieser Zeit durchgestanden haben, sein nie nachlassendes Engagement, seine Analysefähigkeit und sein Verhandlungsgeschick schätzen gelernt. In der gegenwärtigen Krise der Partei scheint mir das ebenso wichtig, wie seine zahlreichen internationalen Kontakte zu anderen linken Parteien. Nicht nur die deutsche, sondern auch die europäische Linke braucht an der Spitze Genossinnen und Genossen wie Wolfgang Gehrcke, um voneinander zu lernen und gemeinsam stärker zu werden.