"Wir sind alle Griechenland!"

14.11.2012

Für einen Tag waren wir alle Griechen, zumindest von unserem Gefühl her.

 

Frankfurt/Main am 14. November 2012 (Teil 2)

Für einen Tag waren wir alle Griechen, zumindest von unserem Gefühl her. Vor dem griechischen Generalkonsulat in Frankfurt/Main gab es keine Aggressionen, sondern Solidaritätsbekundungen mit den Menschen in Griechenland. Allerdings gibt es einen großen Unterschied: Wir reden über die Krise und die Griechinnen und Griechen, die Spanierinnen und Spanier, die Portugiesinnen und Portugiesen müssen die Folgen der „Krisenbekämpfung“ erdulden – Löhne werden gekürzt, Renten herabgesetzt, Gesundheitsversorgung minimiert und die Wirtschaftskraft der Länder zerstört. Gewerkschaften beginnen sich zu wehren, in Griechenland, in Spanien, in Portugal wird gestreikt. In Deutschland gibt es nun wenigstens Solidaritätsaktionen. Ein kleiner Schritt, aber immerhin. Jede politische Veränderung beginnt mit solchen kleinen Schritten. Für die Demonstrantinnen und Demonstranten in Frankfurt war klar, wenn wir nicht handeln, vergiften Rechtspopulisten und Neofaschisten das politische Klima in Europa. Wer nicht will, dass die Rechten aus dieser Krise Profit schlagen, muss politische Alternativen aufzeigen: soziale Demokratie, radikale Abrüstung, Vergesellschaftung von Banken und Konzernen – das sind Forderungen aus Griechenland, Spanien, Portugal und auch aus Frankfurt am Main.