Die Linke Lateinamerikas hat auch der europäischen Linken die Tore geöffnet

05.08.2013
Printer Friendly, PDF & Email

Das São-Paulo-Forum hat wichtige Beschlüsse gefasst. Unter anderem ein tolles Schlussdokument und einen interessanten Arbeitsplan. Heinz Bierbaum, Dietmar Schulz und ich werden diese Papiere in den nächsten Tagen veröffentlichen. Wir werden unsere Eindrücke von der lateinamerikanischen Linken, von unseren Debatten und Fragen allen zur Verfügung stellen.

****

Die Linke Lateinamerikas hat auch der europäischen Linken die Tore geöffnet

Luiz Inácio da Silva – Lula – auf dem São Paulo Forum

Der Abschluss des 19. São-Paulo-Forums war geprägt von drei ganz Großen: Hugo Chavez, der mit einer gesonderten Veranstaltung für sein Lebenswerk gewürdigt wurde, der „Gründer“ des Forums, Lula, und der Präsident Boliviens, Evo Morales – alle drei markante Persönlichkeiten einer revolutionären Bewegung.

"Erinnert euch", so Lula, "dass Chavez einmal zu einer Tagung des Forums nicht zugelassen wurde, weil die Mehrheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit seinem Versuch, die Macht in Venezuela militärisch zu erobern, nicht einverstanden war. So ändern sich die Zeiten! Und das Forum!" kommentierte er diese Rückerinnerung und den Lernprozess der lateinamerikanischen Linken. Heute unterscheidet jeder selbstverständlich zwischen Putschismus und dem berechtigten Kampf, auch mit der Armee zusammen Veränderungen zu erreichen. Mit Hugo Chavez ist der Sozialismus in ganz Lateinamerika wieder auf die Tagesordnung gesetzt worden.

Der europäischen Linken, zu der Lula auch die Sozialdemokraten zählt, riet er: "Hört endlich auf, auf neoliberale Politik hereinzufallen! Mit neoliberaler Politik sind keine Mehrheiten zu erobern, sondern werden linke Parteien kaputt gemacht." In den großen Beifall der versammelten Linken mischte sich auch das Grummeln anwesender europäischer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten. Gerade von Lula, den sie eigentlich als einen der ihren sehen, sich so etwas sagen zu lassen – das hat gesessen! Diesen Eintrag ins ‚Stammbuch‘ sollte auch die LINKE sich immer wieder vor Augen führen.

Für Evo Morales ist es klar: seine erzwungene Landung in Wien war ein Akt der Piraterie, die in den internationalen Beziehungen immer mehr um sich greift. Der Kampf um die Einhaltung des Völkerrechts ist ein politischer Kampf, der auch von den Linken weltweit geführt werden muss.

Das São-Paulo-Forum hat wichtige Beschlüsse gefasst. Unter anderem ein tolles Schlussdokument und einen interessanten Arbeitsplan. Heinz Bierbaum, Dietmar Schulz und ich werden diese Papiere in den nächsten Tagen veröffentlichen. Wir werden unsere Eindrücke von der lateinamerikanischen Linken, von unseren Debatten und Fragen allen zur Verfügung stellen.